1980er: Bildungstüren geöffnet

Soziales Lernen stand gros auf der Fahne der neu gegründeten Gesamtschule: „Schule kann die gesellschaftlichen Widersprüche nicht ausräumen, sondern muss versuchen, den widersprüchlichen Anforderungen gerecht zu werden“, so stand es in den Gründungspapieren unserer Schule. Lehrerteams kümmerten sich in festen Gruppen um die Schuler*innen. Projektunterricht war ein wichtiger Faktor, und alle Fächer sollten möglichst integrativ unterrichtet werden.

Seit Monaten kreisten alle Überlegungen und organisatorischen Entscheidungen um unsere zweijährige Weltreise, die im August 1986 mit einem Flug nach Neuseeland beginnen sollte. Alles wurde verschenkt und verkauft und nur wenige Möbel wurden bei Freunden oder Verwandten eingelagert. Während ich mit dem Gesangbuch aufgewachsen war, lagerten die Weltliteratur, der Brockhaus und das geistige Leben in Buchform im evangelischen Haushalt von Christianes Eltern. Latein, Französisch, Englisch und das Geigenspiel gehörten zu ihrer Grundausstattung, ebenso wie ein einjähriger Schüleraustausch in Süd-Korea mit 17 Jahren. 1969 war Süd-Korea als Agrargesellschaft noch eines der ärmsten Lander weltweit. Unsere Vorbereitung, insbesondere in sprachlicher Hinsicht, hatte also unterschiedlicher nicht sein können.