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Acht Jahrzehnte in einem Buch - Radelito-Gründer beschreibt seinen Weg
Höhenhaus. "Es ist eine persönliche Reise durch meine acht Jahrzehnte Träumen, Sein und Werden, die noch nicht beendet ist", schreibt der Höhenhauser Georg Steinhausen im ersten Kapitel seinesBuchs "TraumSeinWerden".
Der Zirkus war für mich weit mehr als nur ein Ort zum Trainieren oder Auftreten. Er war ein Zuhause zwischen Menschen, ein kleiner Kosmos voller Wärme, Mut und Möglichkeiten. Dort war jeder willkommen – ganz egal, woher man kam, wie laut oder leise man war, welche Stärken man mitbrachte oder welche Schwächen einen manchmal zweifeln ließen. Im Zirkus durfte jeder einfach sein, wie er oder sie war. Ohne Maske. Ohne Angst, nicht genug zu sein.
Es war ein Ort, an dem man niemals alleine blieb. Irgendwo fand sich immer ein offenes Ohr, ein ehrliches Lachen oder eine starke Schulter, an die man sich lehnen konnte, wenn das Leben gerade zu schwer wurde. Dort ging es nicht nur um Toleranz – sondern um echten Respekt, um Liebe, Zuneigung und Zusammenhalt. Man spürte, dass jeder Mensch zählte.
Der Zirkus schenkte Selbstbewusstsein, oft viel länger, als man es selbst bemerkte. Er zeigte einem, dass man mehr schaffen konnte, als man sich je zugetraut hätte. Mit jedem kleinen Erfolg wuchs der Mut, auch in die Zukunft hoffnungsvoller zu blicken. Ideen wurden dort nicht ausgelacht, selbst wenn sie im ersten Moment verrückt klangen. Im Gegenteil: Man sprach darüber, entwickelte sie weiter – und manchmal wurden genau daraus die schönsten Projekte.
Im Zirkus durften Träume Wirklichkeit werden. Kreativität hatte dort ein Zuhause, und Fantasie kannte keine festen Grenzen. Jeder achtete auf jeden, nicht weil man darum bitten musste, sondern weil es selbstverständlich war. Genau das machte diesen Ort so besonders.
Für viele war die Schule nur ein Gebäude, das man nach Unterrichtsschluss schnell verließ. Der Zirkus dagegen war ein Schulort, an dem man selbst an Wochenenden oder in den Ferien gerne Zeit verbrachte. Weil dort Menschen waren, die zu einer zweiten Familie wurden. Eine Zirkusfamilie, die einen auffing, stärkte und manchmal sogar half, über die eigenen Traumgrenzen hinauszugehen.
Und vielleicht war genau das die schönste Bedeutung von Zirkus für mich: Es war der Ort, an dem das Herz zu Hause war.
Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle all den Menschen, die uns, damals Kindern, diese wertvolle und wunderbare Erfahrung ermöglicht und uns einen Ort geschenkt hatten, der für viele von uns zu einem zweiten Zuhause geworden war und an den wir oft mit einem warmen Gefühl im Herzen denken! 💫
Angy im Mai 2026